Günter Kranz an Bruder Gisbert, 18. Juli 1943
O. U. 18.7.43.
Lieber Gisbert!
Deinen Brief vom 5.VII. habe ich erhalten und danke ich bestens dafür. Du machst also alle 3 Führerscheine. Ich habe vor kurzem wieder eine schriftliche Prüfung fürs fliegende Personal gemacht und habe diese auch bestanden. Rechne in den nächsten Wochen nach Deutschland auf eine Flugzeugführerschule zu kommen. Vorher werde ich erst mal sehen ob ich keinen Urlaub bekommen kann da schon einige von unserem Zug gefahren sind.
Wir liege noch immer im altem Quartier habe nur eine neue Feldpost# bekommen und zwar Soldat G. K. L 50466 M
Lpga. Paris
Das Wetter ist hier wieder ziemlich schlecht gehe aber trotzdem nachher baden. Wir haben hier nämlich ein Schwimmbassin 10 x 25 mtr und 2,5-3 mtr. tief und kann man da schon ein bischen rumpaddeln.
Stell Dir vor. Vorige Woche landete hier auf unserem Flugplatz ein Viermotoriger englischer Bomber. Die Sache war die. Während eines Fliegerangriffs kam dieser Bomber ungefähr 150-200 mtr. tief herunter. Unser Flak schoß wie wahnsinnig. Plötzlich fing das Flugzeug Feuer und nachdem das Feuer immer größer wurde landete der Bomber. Als das Flugzeug aufsetzte stand die „Mühle” schon ½ in Flammen. Die 7 köpfige Besatzung sprang heraus. (Nach der Landung) 2 Mann rutschten ab und fielen in den Flammen, konnten aber gerettet werden. Dies sahen wir alles aus nächster Nähe. (200-300 mtr.)
Für heute will ich schließen. In der Hoffnung, daß es Dir noch gut geht grüßt Dich herzlich
Dein Bruder Günter