Johannes Effing an Gisbert Kranz, 18. Juni 1938
Holtenau den 18. Juni 1938.
Heil Dir, Gisbert!
Ihr habt mal wieder eine feine Fahrt gemacht. Ich muß immer daran denken, als ich noch dabei war. Ihr habt ja, wie ich aus Deinen Briefen lese, ein großes und feines Leben. Das macht Freude, in einer solchen Gemeinschaft zu stehen. Ich habe damals mit meinen Jungen zu wenig Fahrten gemacht. Gern hätte ich noch zu einer anderen Zeit ein Fähnlein gehabt, als man noch wandern und zelten konnte. Aber daran ist nichts zu ändern. Mache die Jungen stark dort ihren Mann zu stehen, wo ganz anders Leben ist. Wo über heilige und große Dinge geredet wird in gemeiner Art und Weise. Wo Dein Inneres verletzt und getreten wird. Der Junge muß
in einer Gemeinschaft leben, vor allen Dingen, einen guten Freund haben. Dann wird er auch Zeiten der Not und Gefahren überstehen. Aber an erster Stelle muß er der Glauben im Herzen tragen und leben in der Verbindung und der Gemeinschaft mit Christus und der Kirche. Ich habe noch nicht so alles miterleben können, aber was ich erlebt und gesehen hab, genügt mir voll und ganz. Ich danke Dir für Deine feinen und langen Briefe, sie reichen für die Bettruhe. Feine Sache so ein eifriger Schreiber.
Bete für den armen Schreiber,
schließt der Sang von Dreizehn Linden
Heil
Dein Hans.