Georg Laun an Gisbert Kranz, 29. Mai 1940

Wreschen, den 29.5.1940.

Lieber Gisbert!

Deinen Brief vom 21. habe ich dankend erhalten und ich bin froh, daß die Verbindung zwischen uns nicht abreißt. Um sie nun auch in Zukunft nicht abreißen zu lassen, so bitte ich Dich mit dem Schreiben zu warten, bis ich Dir meine neue Adresse mitgeteilt habe. Was ich damit meine, wirst Du verstehen. Solltest Du inzwischen eingezogen werden, dann teile es meinen Eltern mit, sie werden dann das weitere veranlassen. Hoffendlich ist der Krieg bald zu Ende, damit wir einmal zusammen kommen könnten, um uns wieder einmal richtig zu unterhalten und auseinander zu setzen, wie einst im R.A.D., denn das fehlt mir hier. Weil ich ja mit lauter älteren Leuten zusammen bin und die mich nicht so recht verstehen und begreifen können, trotzdem ich ganz gut mit ihnen auskomme. In der Hoffnung, daß wir uns einmal gesund wiedersehen, grüßt Dich herzlich
Dein Georg Laun.

Adresse meiner Eltern: Peter Laun
Mainz, Gr. Emmeranstr. 5.