Willi Wessendorf an Gisbert Kranz, 17. März 1941

Münster am 17. März 1941

Lieber Gisbert!

Entschuldige bitte, daß ich solange nichts von mir hören ließ. Für Deine Karte hab herzlichen Dank. Nun bist Du also Soldat, und um ein Haar hätte auch ich den grauen Rock an. Einen Gestellungsbefehl hatte ich schon in Händen, wurde aber zurückgestellt, da ich Anfang Februar gerade in der Klinik lag. Fast vier Wochen habe ich

wieder aussetzen müssen. Aber eine entscheidende Besserung ist bisher dennoch nicht eingetreten. Zuletzt hat man mir noch die Mandeln fortgenommen, da man glaubte, daß sie den Herzschlag noch immer beeinflußten. Aber auch das hat kaum geholfen. Seit Mitte Februar bin ich entlassen und habe ohne Unterbrechung studieren können. In der nächsten Woche geht nun auch dies Trimester zu Ende und ich freue mich schon sehr auf die Ferien. Allerdings habe ich vorher noch zu arbeiten, weil ich ja zwei Fleißprüfungen ablegen muß.

Daß Du schon Soldat sein könntest, daran habe ich nie gedacht. Es freut mich, daß es Dir dort ganz gut geht.

Mit herzlichen Grüßen
Dein Willi