Heinz Markhoff an Gisbert Kranz, 20. April 1941

Heinz Markhoff (Armin). 40 stud. theol. in Bonn. Dann Soldat. In Rußland schwerverwundet.

 

Sonntag, den 20.4.1941.

Lieber Christel!

Eigentlich hättest Du diesen Gruß aus der Ferne schon zum Osterfest bekommen sollen. Aber zu ausgiebige Beschäftigung hatten mich bisher nicht dazu kommen lassen, da man uns zeitweise sogar Sonntags über hier eingespannt hat. Wenn ich Euch aber auch nicht schreiben konnte, so dürft Ihr versichert sein, daß ich um so mehr an Euch gedacht hatte, zumal ich an beiden Ostertagen ausgiebig Gelegenheit dazu hatte. Denn

 

abgesehen vom Gottesdienst, hatte ich beide Tage zur eigenen Verfügung. Auszugehen lohnt sich hier überhaupt nicht, da die Soldaten sich geradezu umlaufen und es zudem noch an beiden Tagen recht ergeblich geschneit hat. Das einzige Vergnügen waren die kurzen Stunden mit ein paar Kameraden in der Garnisonskirche. Die übrige Zeit haben wir ähnlich heute in recht trübseliger Stimmung zwischen unseren vier Wänden verbracht.

Eigentlich hatte ich ja damit gerechnet - und es war tatsächlich auch schon alles soweit fertig - um diese Zeit schon auf dem Balkan oder in Griechenland

herumturnen zu können. Aber dort unten scheint es doch ein wenig überraschend schnell gegangen zu sein, sodaß alles abgeblasen wurde und wir jetzt wieder zum weiteren Warten verurteilt sind. Ich hatte mir schon so ausgiebige Pläne geschmiedet, wie ich mir das alte Hellas im neuen anschauen wollte. Was aber nicht ist, kann ja noch werden, etwas

 

müssen sie ja schließlich doch mal mit uns anfangen.

Soeben erhielt ich auch einen Brief von Flaps aus Cognac in Südfrankreich. Er scheint es ja ganz ordentlich angetroffen zu haben.

Was macht eigentlich Muk noch; ist er schon eingezogen? Von ihm weiß ich so recht gar nichts.

In der Hoffnung daß Du bald etwas von Dir hören läßt bleibe ich Dein
Armin!

Feldpostbrief

An Schütze
Gisberg Kranz
1. Komp. Res. Ers. Batl. 60
Hamm i. Westf.

Abs.: Gefr. Markhoff
         28798 E