Eugen Freihof an Gisbert Kranz, Juli 1941
Eugen Freidhof aus Remscheid. 39 stud. theol. in Paderborn, 40-41 in Bonn. Wipere. 41 Rekrut in Hamm, dann Ostfront. Nach 1947 stud. med. dent.
[..]. Juli 1941.
Lieber Gisbert!
Deine Zeilen vom 24.VI. haben mich in der Senne erreicht. Dank sei Dir. Seit gestern sind alle Leute von Jahrgang 21 aus der 2. und 3. Kompanie zu uns gekommen, es ist eine große Umzieherei. Der Divisionskommandeur berichtigt die 4. Kompanie und kommt bei uns mal wieder durch das Revier. Du kennst ja diesen Brief.
Von Bonn habe ich sehr lange nichts mehr gehört. Aber von Paderborn aus hörte ich allerhand neues, denn ich war dort im Leoconvikt und bei meinen alten Wirtsleuten. - Hier ist neuerdings jede Nacht Fliegeralarm, man geht dabei physisch zugrunde; daher konnte ich mich bis jetzt nie aufraffen, Deinen Brief zu beantworten, hier galt das Wort des hl. Paulus: „Der Geist ist willig, doch das Fleisch ist schwach.”
Ich habe am Sonntag den Hirtenbrief der am Grab des hl. Bonifatius versammelten
Bischöfe gehört und staune über die klare und deutliche Stellung, die unsere Oberhirten dort gefunden haben. Also, ich bin damit einverstanden.
Sonst gibt es hier nichts neues! Bald werden wir wohl unsern Standort wechseln, also das ganze Bataillon! Morgen geht wahrscheinlich das Vorkommando schon los.
Für heute alles Gute Dir und die herzlichsten Grüße
In Treue Dein Eugen.
Die Adresse von Alois:
Gefr. Deuter
39875
Die besten Grüße an Jupp und Bernd, ebenfalls an Hans Klötsch, Heini Riemann und Hubert Wieling.