Bernd Brinker an Gisbert Kranz, 19. Juli 1942
+ Bernd Brinker, Maurer aus Rheine. 21 geb. 41 Rekrut in Hamm, Elberfeld, Lingen, Rheine, dann Miusfront. 42 gefallen.
Im Felde. 19.7.42.
Lieber Gisbert!
Dir einen frohen Sonntagsgruß. Heute habe ich etwas Zeit, da will ich Dir Deinen Brief beantworten. Da haben wir ja Pech gehabt, daß wir uns in Danzig nicht mehr getroffen haben. Wir sind am 2. Ostertag aus Danzig abgefahren. Als ich bei der Komp. ankam, waren nur noch wenige von unserm Ersatz da. Wir haben jetzt ganz schöne Einsätze hinter uns. Ich habe immer viel Glück gehabt, hatte mich auch ganz dem Herrgott und der Gottesmutter anvertraut.
Die Pfingsttage 19424 werde ich nie vergessen. Wenn wir später in der Heimat zusammen sind, werde ich Dir mehr davon erzählen. Oblt. Benwitz
ist beim Regimentsstab. Oblt. Hasenbein führt die Kompanie. Hans Gerschemann, Paul Hilgers, Fislage, Horstmann, Silder und ich sind noch von uns da. Friedrich Mattes kam jetzt auch wieder. Die andern werden wohl alle in Danzig sein. hast Du Hubert Wieling und Franz Diekhoff schon getroffen. Sie sollen mal schreiben. - Jupp hat ja mal wieder Glück gehabt, daß er in Bonn weiterstudieren kann. Er wird in diesem Augenblick wohl zu Hause sein. Wie er schreibt, ist er vor ein paar Wochen am Fuß nochmal operiert worden. Im August muß er ja auch wieder nach Danzig. - Was machen denn Deine Füße? Sind sie wieder in Ordnung. Von meiner Verwundung merke ich nichts mehr. Ich will auch hoffen, daß ich weiterhin Glück habe.
Ich schließe mit frohen Kameradengrüßen Dein
Bernd.
gefallen für Deutschland!