Ferdinand Frölich an Gisbert Kranz, 17. September 1942
Feldpost
Gefreiter Gisbert Kranz
1. Kp. I. E. B. 120 mot.
Danzig-Langfuhr
Absender: Uffz. Ferd. Frölich, 2. (Radf.) Kav. Ers. Abt. 9
Fürstenwalde (Spree), Mars-la-Tours-Kas.
am 17. Sept. 1942
Lieber Gisbert!
So langsam habe ich mich wieder an den Kasernenbetrieb gewöhnt. Es war auch nicht leicht nach einem so schönen Urlaub. Ich habe in meinem Urlaub ein tadelloses Mädel kennengelernt, d. h. ich kannte sie noch von früher. Meine Eltern waren auch mit einverstanden. Sie ist in Dortmund auf der Hochschule für Lehrerbildung. Den Urlaub werde ich nicht vergessen. Wir haben schöne Tage zusammen verlebt. Hoffentlich fällt unser Weihnachtsurlaub nicht ins Wasser. Du wirst dann hoffentlich noch in Danzig sein, dass Du dann auch nach Hause kannst. Um auf das Mädel zurückzukommen: Ich hatte hin und her überlegt, ob ich sie binden sollte. Es ist ja reichlich früh. Aber zuletzt wirfst man dann doch alle Bedenken in den Wind. Du wirst das ja verstehen.
Am 12.10. beginnt der Lehrgang auf der Kriegsschule. Bis dahin machen wir einen Vorkursus.
Für heute viele Grüsse Dein Freund Ferdi