Johannes Kiel an Gisbert Kranz, 29. September 1943

am 17. Sept. 1942

Lieber Gisbert!

So langsam habe ich mich wieder an den Kasernenbetrieb gewöhnt. Es war auch nicht leicht nach einem so schönen Urlaub. Ich habe in meinem Urlaub ein tadelloses Mädel kennengelernt, d. h. ich kannte sie noch von früher. Meine Eltern waren auch mit einverstanden. Sie ist in Dortmund auf der Hochschule für Lehrerbildung. Den Urlaub werde ich nicht vergessen. Wir haben schöne Tage zusammen verlebt. Hoffentlich fällt unser Weihnachtsurlaub nicht ins Wasser. Du wirst dann hoffentlich noch in Danzig sein, dass Du dann auch nach Hause kannst. Um auf das Mädel zurückzukommen: Ich hatte hin und her überlegt, ob ich sie binden sollte. Es ist ja reichlich früh. Aber zuletzt wirfst man dann doch alle Bedenken in den Wind. Du wirst das ja verstehen.

Am 12.10. beginnt der Lehrgang auf der Kriegsschule. Bis dahin machen wir einen Vorkursus.

Für heute viele Grüsse Dein Freund Ferdi

das ist [..] der Gnade Gottes, die durch inniges beharrliches Beten erlangt wurde - auch der Umstand Ihrer angestrengten Arbeit. Der Körper wurde [..] mächtig in Zucht genommen u. seine Kräfte beansprucht. Das muß für Sie eine Lehre sein. Wenn Sie später wieder körperlich weniger durch Arbeit in Anspruch genommen werden - dann seien Sie doch bemüht, jeden Tag recht müde zu werden, Anstrengungen nicht zu scheuen u. dann auch - recht mäßig zu sein im Essen.

Wir wollen nun fortfahren zu beten u. dieses Anliegen [..] Gott [..] auch die besonders guten Werke anzuvertrauen. Achten Sie recht auf sich selbst u. seien Sie wachsam gegenüber dem, was Ihnen eine Gefahr bedeutet.

Nun leben Sie wohl u. seien Sie herzlich bregrüßt
von Ihrem J. Kiel