Alfred Kirchhoff an Gisbert Kranz, 14. Dezember 1942

Feldpostbrief

An
Gefr. Gisbert Kranz
Danzig-Langfuhr
1. I.AB. 120 mot.

Absender: San-Gefr Alfr. Kichhoff 00307. A.

Im Osten, den 14. Dez. 1942.

Mein lieber Christel!

Deine Karte vom 22.10. und Deinen lb. Brief vomm 7.11. habe ich dankend erhalten. Wie ich sehe, geht es Dir ja noch gut. Du altes Haus. Dasselbe kann ich Dir von mir auch berichten. Ich bin nun plötzlich versetzt worden. Und zwar gehöre ich jetzt einer Transportabteilung Donez an. Natürlich bin ich kein Transportarbeiter sondern als Sanitätsdienstgrad tätig. Also eine ganz ruhige Kugel Mir gefällt es sehr gut. Habe keinen Truppendienst mehr, kann selbstständig arbeiten, mir tut keiner was und brauch keine Wache mehr zu schieben und ... - habe eine Planstelle als Uffz. Es kann jetzt sein, daß es mir mal gelingen wird. Wir werden schon arbeiten. Langsam aber sicher und diplomatisch. Also mir geht es sehr gut und fühle mich [..]. Was sagst Du von unserm M. Schuk. Er ist nicht mehr. Ich kann es manchmal noch nicht fassen. Und der Bog hat ein Bein ver-

loren. Nein die Zeiten sind zu ernst, als daß man flapsig sein dürfte. Und Du bildest Rekruten aus? Mensch das wäre keine Arbeit für mich. Tue ihnen nichts zu leide, denn es kommt auf das Rechts- und Linksein nicht an. Wir hier in Rußland kämpfen mit anderen Sachen. Dann wünsche ich Dir nun frohes und gnadenreiches Weihnachtsfest. Möge die Botschaft des Engels: Friede auf Erden dem Menschen doch bald wahr werden; denn es langt voll und ganz. Ebenso ein herzliches Glückauf zum neuen Jahr 1943. Was es uns bringen wird, wissen wir nicht. Wir aber wollen bereit sein.

So also mein lieber Junge - hab besten Dank für Dein lb. Bild - für heute recht herzliche Grüße und alles Gute
Dein Flaps

00307 A.