Karl Prinz an Gisbert Kranz, 7. April 1943
Köln, den 7.4.43.
Lieber Gisbert!
Zunächst vielen Dank für Deinen Brief. Ich war direkt erschüttert, als ich die Zahlen las, die Du von der Zerstörung in Essen erwähntest. Es muß ja furchtbar dort aussehen. Hoffentlich hast Du in den letzten Tagen Deines Urlaubs etwas mehr Ruhe. Gestern abend war hier sogar um 8 ¼ Uhr schon Alarm, der aber nur ¾ Stunden dauerte. Wir haben hier in Köln auch die Nase voll.
Die Exequien von B. Franssen[?] in K-Mülheim waren wieder einmal eine ergreifende Stunde. Chef hat die Ansprache gehalten. Die Leute waren begeistert von ihm, wir natürlich nur teils-teils. Man fühlte sich eben zu sehr in den Samstagabend versetzt. Sonst wüßte ich nichts neues zu berichten.
Das „Namenstagsorchester” wird Fritz zu seinem Geburtstage (10.4.) einen „feinen” Gruß übersenden.
Die Bilder sind leider noch nicht fertig. Der Photograph versprach es mir bis Montag zu machen. Ich würde sie Dir dann sofort zuschicken.
Hat Dir J. Eschbach schon geantwortet? Ich bin mal gespannt.
Bis später nun alles Gute und frohe Grüße
Dein Karl.
(Prinz)