Ferdinand Frölich an Gisbert Kranz, 21. Oktober 1943

Altendorf-R., am 21.X.4[..]

Lieber Gisbert!

Gestern habe ich Deine Eltern besucht und mal wieder nach einiger Zeit einige Neuigkeiten von Dir gehört. Es ging mir ja oft so, Gisbert, wenn ich Dir einen Brief schickte, so kam dieser zurück mit dem Vermerk: „Neue Anschrift abwarten!” Du bist eben eine Wanderratte (aber eine gute) geblieben. Wenn ich nicht vor kurzem noch verwundet worden wäre, hätten wir diesmal wieder das Glück gehabt und uns im Urlaub getroffen. Mir hatte der Russe eine kleine Bombe auf meinen Gefechtsstand geworfen, wodurch ich leider meinen tüchtigen Burschen und zwei Melder verlor. Ich selbst wurde

Ich habe noch manche Fragen konfessioneller Art, mit Dir möchte ich mal darüber sprechen, hoffentlich haben wir bald mal wieder die Gelegenheit.

Gruss von Leni und meinen Eltern.

wie durch ein Wunder - es war tatsächlich ein seltsamer Glücksfall - nur leicht verwundet. Ein guter Schutzengel hilft im letzten Augenblick doch immer. Die Rückzugbewegungen habe ich nur in den ersten Tagen mitgemacht. Euer Karl-H. ist, wie Dein Vater mir sagte, bei der 106. A.A. Da kann es sein, wenn wir mal in der Nähe dieses Haufens sind, dass ich ihn aufsuche. Mit denen haben wir schon mal zusammengelegen. -

Sonntag soll unsere Verlobung steigen, mit dem nächsten schritt, das habe ich mir fest vorgenommen, warte ich solange, bis Du uns Deinen Segen dazu erteilen kannst. - Es liegt an Dir mein Freund.

Schreibe doch immer sofort Deine neue Adresse, alter Wanderbursche.

Meine ist ja bis zum 10.11. Altend., dann wieder 33248.

Viele liebe Grüsse, Gisbert, Dein Ferdi.