M. Deuter an Gisbert Kranz, 26. Oktober 1943
Essen, den 26. Okt. 43.
Geehrter Herr Kranz!
Erst heute kommen wir dazu Ihnen unseren Dank zu sagen für Ihre liebevollen Worte u. Anteilnahme. Wir konnten die Andenkenzettel nicht früher bekommen. Zudem hatten wir sehr viel Zeit nötig um einige Sachen wieder zu bekommen. Wir sind nämlich an demselben Tage, an dem unser lieber Alfred gefallen ist, total ausgebrannt bei dem großen Angriff auf Essen. So hatten wir also ein großes, doppeltes Leid, sodaß wir manchmal nicht wußten wo uns der Kopf stand. Es ist für uns ein großer Schmerz, einen so guten, frohen u. sonnigen Jungen zu verlieren. Aus den vielen Beileidsschreiben, die uns zugingen, können wir ersehen,
daß Alfred bei Allen nur beliebt war. Er hat so manchem Kameraden in letzter Stunde beigestanden und bei einem solchen Liebesdienst hat er dann sein Leben lassen müssen. Wir beugen uns dem Willen Gottes und wollen ihn bitten, daß er nicht noch mehrere Opfer von uns fordert. Wir haben noch 4 Söhne draußen.
Ihnen alles Gute wünschend
grüßt Sie
Ihr M. Deuter & Frau.