Klaus Malangré an Gisbert Kranz, 15. Dezember 1943

Honnef den 15. Dez. 1943

Lieber Gisbert!

Deinen Brief vom 25.XI. habe ich erhalten. Hab herzlich Dank dafür und auch für Deine Wünsche zum Namenstag. Ich freue mich, daß es Dir altem Abenteurer gut geht. Auch von Muc, Elmar u. R. Kürten kam gute Post. Nudel habe ich in Bonn einen ganzen frohen Nachmittag bei mir gehabt.

Neues gibt es sonst nicht zu berichten. Mir gehts auch noch gut. Ich bin froh, daß es über Weihnachten einige Tage Ferien gibt zur Ausspannung. Dann beginnt der Endspurt des Semesters, u. am 25. Febr. 44 sollen wir - wenn Gott will - die hl. Subdiakonatsweihe erhalten.

Ja, Christel, die Zeit eilt dahin, und wieder einmal steht das Weihnachtsfest vor der Türe; zum fünften Mal nun schon

seit Beginn des Krieges. Und auch das vergangene Jahr hat uns nicht den so heiß ersehnten u. erflehten Frieden gebracht.

Wenn wir dennoch mit unserer hl. Kirche das 'Gloria in excelsis Deo et in terra pax hominibus' besonders feierlich singen, dann soll es ein neuer Ruf um Frieden sein. Wenn auch diesmal so viele von uns das hl. Fest nicht so feiern können, wie sie es gerne möchten, so mag doch in jedem Herzen etwas von der Freude des Gloria's aufkommen, denn „heute ist uns der Heiland geboren”. - So gilt auch Dir, lb. Gisbert, zum Festtag mein bestes Wünschen, und gerade an solchen Tagen seid Ihr draußen nicht vergessen.

Von Herzen grüßt Dich
Dein Klaus.

Auch zum Jahreswechsel Dir Gottes Segen u. alles Gute!