Willi Krause an Gisbert Kranz, 11. März 1944

Absender: Uffz. W. Krause, 4./328 (22) Aachen, Gelbe Kas.

Feld-Post

Uffz
Gisbert Kranz
08787 B

Aachen, 11. März 1944

Lieber Gisbert!

Dank Dir für Deinen Gruß. Am vergangenen Samstag weilte ich bei der Priesterweihe im Aachener Seminar. Anton Dreger wurde zum Diakon und Erwin Schmitz zum Priester geweiht. Vom Kasten waren Klaus Malangré, Josef Simon Pascha und Bernhard Witte hier. Was sagst Du übrigens von der „Beförderung” des Chefs? Hast Du schon davon gehört? Er wird Baudezernent in der Behörde und res. Domkapitular. Sein Nachfolger wird Domvikar Dr. Trusch. Die Leitung des Seminars übernimmt Domvikar Dr. Fratz, der bisherige Leiter des Jugendseelsorgsamtes. Mir will die Beförderung eher als Degradierung erscheinen, als Zeichen dafür, daß man frischen Wind in die Segel bläst. Daß die neuen Chefs gerade aus der Jugendseelsorge genommen sind, scheint mir diese Annahme zu rechtfertigen.

Mir geht es soweit ganz gut. Nur habe ich von Zeit zu Zeit Anfälle von Gleichgewichtsstörungen. Mit der Zeit soll das aber vorübergehen. Einige Jahre wird es aber dauern. Vorerst bin ich av. geschrieben. An Studienurlaub ist aber nicht zu denken. Getauft haben die Ärzte die Erscheinung auf den Namen: Menièresche Erkrankung.

Frohe Grüße
Willi