Willi Krause an Gisbert Kranz, 21. März 1944
Aachen, 21. März 1944
Lieber Gisbert!
Vor einigen Tagen bekam ich Deinen Brief vom 12.II., der mir von Dänemark nachgeschickt worden war. Heute Morgen erhielt ich auch Deinen Gruß vom 18.III. Weil ich heute in Schreibwut bin, will ich Dir gleich antworten. Was war denn das für ein bedauerlicher Vorfall, der Dir die Hoffnungsbalken kostete? Du hast doch wohl kein dummes Zeug gemacht? Laß den Kopf darüber nicht hängen; denn das Soldatenleben ist nicht unser Beruf. Es ist freilich schwer zu verzichten. Das habe ich am eigenen Leibe erfahren. Mit der Zeit aber kommt man darüber hinweg. Das weißt Du doch noch aus den Vorlesungen von [..] in Paderborn über den Buddhismus, daß das Leid in der Welt ist, um überwunden zu werden!
Aus Bonn kann ich Dir auch Neues erzählen. In der vorigen Woche war ich dort. Die Stadt selbst ist kaum berührt. Endenich und Kessenich sind betroffen worden. Im Kasten traf ich leider nur den hl. Simplizius an. Witte, Kölschbach, Fratz, Esser und Kinkartz haben Bereitstellungsbefehle bekommen. Paul Konertz ist bedingt kv. geworden.
In Treue
Willi