Ferdinand Frölich an Familie Kranz, 5. Oktober 1944
am 5.10.44
Liebe Familie Kranz!
Ich habe noch am Sonntag versucht, Sie von Altendorf anzurufen, doch kam ich mit dem Ruf nicht durch. Ich hätte noch zu gerne erfahren, ob Sie inzwischen Nachricht von Gisbert bekommen hatten. Vielleicht war auch Günter inzwischen eingetroffen.
Der Zug, mit dem ich von Essen abfuhr, machte einen grossen Umweg über Soest - Paderborn - Hameln, so dass wir mit ziemlicher Verspätung erst in Berlin am Abend ankamen. Ich bin von Essen viel früher abgefahren, als ich nötig hatte, und so kam ich immer noch rechtzeitig an. Hier in Fürstenwalde hatte sich in bezug auf unsere Abstellung alles geändert. Die Sache mit der neuen Schwadron in einem Trad.-Regiment war ins Wasser gefallen, die anderen Offiziere waren zum Teil schon wieder
im Osten. Ich habe mich dann gleich dahinter geklemmt, dass mit mir auch etwas geschah, und so erfuhr ich gestern, dass ich nach Italien komme. Es kann jeden Tag so weit sein, es kann aber auch noch etwas dauern. Hoffentlich lässt man das nicht auch wieder unter den Tisch fallen. Davon wäre ich nun wirklich nicht erbaut.
Ich will mich aber nochmal für den schönen Nachmittag bedanken, Frau Kranz. Besonders der „Gisbert-Gedächtnis-Trunk” war ja herrlich.
Schreiben Sie mir doch bitte, Frau Kranz, wenn Gisbert etwas von sich hören lässt.
Für heute Ihnen allen recht herzliche Grüsse
Ihr Ferd. Frölich