August Böhmer an Mutter Kranz, 27. Januar 1945

Verehrte, liebe Frau Kranz!

Wenn es meiner l Frau möglich ist, bringt sie mir einen Gruß aus der Stadt mit in meine Sofaecke.

Heute aber wurde es besonders hell in meiner Stube; denn mit dem Gruß kam das Schönste, was ein guter Mensch besaß als Freudenbringer mit: die edlen, wachsgelben Äpfel, wie ich noch nie welche sah; sie sollen für mich sein und unsere fünf Kleinen jubeln über einen Schlitten. - So sogen Gottes Kinder für andere; da ich ja selbst keinen Schritt für die Kinder tun kann. Das stille Gute aber bleibt dem himmlischen Vater nicht verborgen; mit der Zeit werden auch Sie die Vergeltung schon erfahren!

Mir bleibt nur ein dürres Wort des Dankes und die Versicherung daß ich mit Ihnen für unsere Lieben das Beten nicht vergesse. Liebe Frau Kranz, ich grüße Sie und Ihren verehrten Mann in alter Verbundenheit.

Gott befohlen! Ihr dankbarer August Böhmer.

Essen Steele 27.1.1945.
Büssemstr. 18