August Böhmer an Mutter Kranz, 15. August 1945

Steele 15/8.45.

Liebwerte Frau Kranz!

Für Ihre freundlichen Worte haben Sie schönen Dank. Diese lassen mich erhoffen, daß ich wieder einmal durchs Fenster auf die Straße sehen und Menschen beobachten und wiederkennen kann. - dann aber vor allem, daß Aussicht besteht, meiner stillen Frau zu Weihnachten doch eine kleine Überraschung zu bereiten. Sie wünschen von mir die Angabe von einer Zahl Dingen, die im Haushalt fehlen bezw. gut angebracht wären. Es kommt mir wie Unbescheidenheit vor, hier frei zu notieren. Nur ein Weniges mag ich nennen, auch um Sie nicht in Verlegenheit zu bringen. Nun also: Kochtopf, mittelgroße Pfanne, Aufwaschschüssel, Gießkanne, Brot u. Kuchenmesser.

Sie haben früher solch treffende Wahl mit einem Gegenstand getroffen, daß Sie ruhig entscheiden mögen, was Sie uns überlassen können. Vielleicht schreiben Sie eben einen Zettel, den Monika Luise holen kann.

Vergessen möchte ich nicht, daß Ihre Worte mich davon überzeugten, in der Reihe Tausender, die auf Ihre Lieben warten müssen, mit Gottes Hilfe starkmütig auszuharren. Die Gnade wollen wir erbitten!

In vollem Vertrauen Ihr
Studienrat August Böhmer

Einen ganz herzlichen Gruß Ihrem verehrten Manne.

Laubsägen wäre etwas für die Jungen.