Rudolf Schmitz an Mutter Anna, 24. Juni 1943

Absender: Ltn. R. Schmitz, 47729 [..]

Frau
A. Schmitz
Köln-Dellbrück
Thurnerstraße 27

O.-U. den 24.6.43

Mein liebes Mütterlein!

Ich bin in Sorge um Dich, denn seit meiner Abreise habe ich noch keine Nachricht von Dir. Ist etwas passiert? Das kann ich mir aber garnicht denken, sonst hätte ich wohl ein Telegramm von Dir. Ich möchte vielmehr glauben, daß die Postzustellung wieder so bummelig ist. Ich hoffe, daß Du gesund bist, heil und ganz, und daß Du von Tag zu Tag kräftiger wirst. In den letzten Tagen ist das Wetter wohl auch in Köln besser geworden, sodaß Du nun in der Mittagszeit einen stärkenden Spaziergang machen kannst.

Ich denke mir, daß Du zum Kirchhof gehst, dort im sonnigen, ruhigen Winkel ein Buch liest, einmal Tante Finchen oder Tante Stina besuchst und zum Zweiten Deine Marschleistungen steigerst und vielleicht nach Iddelsfeld gehst.

Mit dem Urlaub scheint es in dem gewöhnlichen Tournus weiterzugehen. Ich wäre dann im August an der Reihe. Wenn dann schönes Wetter ist werde ich täglich zum Baden gehen. Ich freue mich schon. Wann schreibst Du nun? – Gruß u. Kuß Rudolf.